Quick is beautiful - Mozilla, Microsoft und Google bauen schnelle und schöne Webbrowser

Die neuen Webbrowser sind beeindruckend. Was Google mit seinem Chrome-Browser losgestoßen hat, wurde von Mozilla und Microsoft toll adaptiert. Der Firefox 4 und der Internet Explorer 9 wurden im Vergleich zu ihren Vorgängern weiter optisch reduziert und simplifiziert. Das Menü beim Firefox ist standardmäßig verschwunden und in einen kleinen orangenen Firefox-Button gepackt worden und die Tabs liegen endlich oberhalb der Adresszeile. Im Internet Explorer 9 wird noch ein wenig Platz verschwendet, weil die Fenster-Buttons (Schließen, Minimieren, Wiederherstellen) eine eigene Zeile in Anspruch nehmen. Dafür liegen dort Adress-Eingabefeld und Tabs auf der gleichen Linie. Ebenfalls eine sehr schöne Idee. Mit dem Ansatz ließe sich ein Browser-Kopf eigentlich komplett auf eine einzige Zeile reduzieren. Leider hat das keiner der Anbieter gemacht. Mal sehen wer als erster auf die Idee kommt.

Was einen aber wirklich vom Hocker reißt ist die Geschwindigkeit. Während Firefox3 noch träge und oft einfach nur langsam war, ist der Firefox 4 eine Rakete und hat die Geschwindigkeit von Google Chrome ganz klar eingeholt. Der absolute Gewinner ist aber der Internet Explorer. Unter Windows 7 x64 war der IE8 so langsam, dass man mit dem Google Chrome schon längst auf der gewünschten Seite surfte, während der IE noch den ersten Tab aufrief und nicht auf Klicks zu reagieren schien. Auf dem gleichen System ist der IE9 jetzt sowas von schnell, das man das Gefühl hat der Browser startet schon beim Runterdrücken der Verknüpfung und nicht erst beim Loslassen. Ich vermute mal die 64-bit machen es möglich.

Und nicht nur der Startvorgang wurde beschleunigt, sondern auch die Javascript-Engines scheinen massiv an Tempo aufgenommen zu haben. Trieb man AJAX-basierte Anwendungen in nicht vorgesehene Größen, waren die Reaktions- und Ladezeiten eigentlich nur mit dem Chrome erträglich, und auch der war nicht wirklich schnell. Jetzt laufen sowohl Firefox als auch der IE sehr glatt und performant. In der Hinsicht ist jetzt definitiv Google wieder am Zug.

Schade beim IE9 ist nur, dass er nicht für Windows XP zur Verfügung gestellt wird. Eigentlich nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass das Betriebssystem schon doppelt überholt worden ist, aber Firefox und Chrome können es ja auch. In der Hinsicht stellt die feste Integration des Browsers in Windows für Microsoft wahrscheinlich eher ein Problem dar. Der Browser soll in den nächsten Wochen über das Windows Update vertrieben werden. Wer ihn jetzt schon haben will, kann ihn über microsoft.com herunterladen und über die Setup-Datei installieren. Der Flash-Player funktioniert standardmäßig noch nicht, aber Adobe stellt über ihre AdobeLabs Seite eine funktionsfähige Beta-Version des FlashPlayers für den IE9 zur Verfügung (der IE9 leitet den suchenden Nutzer direkt dorthin).