Mit dem Rennrad in den Alpen Teil 6 - Schneefall

Der Tag beginnt mit dem Klang von Regen auf dem Dach. Als wir letztendlich gegen halb acht aufstehen ist gerade ein wenig blauer Himmel zu sehen. Über den Bergen thronen weiterhin schwarze Gewitterwolken. An sich gar kein hässlicher Anblick, wenn da nicht der Plan wäre, heute den Passo Torri di Fraele zu fahren.

Der Wetterbericht kündigt an, dass es in Bormio bis heute mittag regnen soll und dann irgendwann im Nachmittag aufreißt und wieder schön wird. Die Chance wollen wir nutzen. Nachdem wir die Pflicht mit dem Stelvio und dem Gavia geschafft haben, wollen wir noch den relativ kurzen Torri di Fraele dranhängen. Der Pass startet in Valdidentro, in der Nähe von Bormio, und zieht sich auf einer Distanz von ca. 9 km etwa 600 Meter in die Höhe.

Wir entscheiden uns bis mittags zu warten und dann am frühen Nachmittag Richtung Bormio aufzubrechen. Dort wollen wir dann abwarten bis das Wetter besser wird und dann den Pass fahren. Die Zeit verbringen wir im Pool des Hotels und im Café während wir uns Gedanken darüber machen wie wir so schöne Steigungsdiagramme wie auf quaeldich.de erstellen können. Wir überhören dabei ein Gespräch von zwei Hotelgästen neben uns, die darüber sprechen wie es derzeit auf dem Monte Gavia schneien soll. Da die Passstraßen aber immer einige Hundert Meter tiefer liegen als die Berggipfel, machen wir uns keine weiteren Gedanken.

Gegen Mittag packen wir dann unser Equipment (inklusive aller Regenklamotten) ein und fahren los. Erneut fahren wir Richtung Umbrail Pass, um darüber Bormio zu erreichen. An der Grenze zur Schweiz fragen wir den Zollbeamten ob der Umbrail Pass geöffnet ist, was er spontan bestätigt. Als wir den Pass hinauffahren, beginnt es zu regnen und die Temperaturen sinken. Je höher wir kommen, desto kälter wird es und plötzlich beginnt es dicht zu schneien. Wir haben noch nichtmal annähernd den Pass erreicht als unsere Sommerreifen beginnen durchzudrehen. Also lassen wir uns ein Stück zurückrollen, drehen um und fahren wieder nach Prad. Als wir das Hotel erreichen, ist das Wetter wieder perfekt.

Blick aus dem Hotelfenster:

Vor unserem Aufbruch gegen 14:30

Nach unserer Rückkehr 2 Stunden später


Leider werden wir den Torri di Fraele bei dieser Reise nicht mehr fahren können, denn morgen müssen wir früh die Rückfahrt beginnen. Erneut hat uns ein plötzlicher vollkommen überraschender Wetterwechsel in den Alpen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Man sollte hier wirklich auf alles vorbereitet sein. Auch wenn dafür Winterreifen und Schneeketten im August nötig sind...

<-- Weiterlesen: Teil 5 - Ruhetag

Kommentare

Super Sache!

Danke für die Berichterstattung, hab's gerne und tagesaktuell gelesen.