Mit dem Rennrad in den Alpen Teil 5 - Ruhetag

Heute ist Ruhetag. Nach den Strapazen der letzten beiden Tage, entscheiden wir uns noch gestern, heute eine Pause zu machen, auszuschlafen, ausgiebig zu frühstücken und den Tag in Pool und Sauna zu verbringen.

Wir verfahren genau nach Plan und schlafen aus. Als wir aufstehen stelle ich fest, dass mein Knöchel ein wenig Zicken macht. Also Salbe drauf und ab zum Frühstück. Wie gewohnt langen wir ordentlich zu. Danach entspannen wir ein paar Stunden auf dem Balkon und gehen dann ins Dorf um ein paar Getränke zu besorgen. Auf dem Weg gönnen wir uns noch ein Eis und einen Espresso. Danach gehts in den Pool.

Als wir später in der Sauna sitzen, stelle ich fest, dass mein Knöchel die Hitze nicht gut verträgt, also breche ich die Angelegenheit ab und durchsuche den Kühlschrank nach Kühlmaterial. Am Ende muss eine kalte Dose Energy Drink als Kühlung herhalten.

Während ich so im Zimmer sitze beginnt es plötzlich wie aus heiterem Himmel an zu gewittern und zu schütten. Es regnet so heftig, dass die Bergkulisse komplett hinter einer grauen Wand verschwindet. Und nach 10 Minuten ist es auch schon wieder vorbei. Von diesen plötzlichen Wetterumschwüngen in den Alpen hatten wir viel im Vorfeld gehört. Aber es selbst zu erleben ist definitiv beeindruckender.

Als wir relativ sicher sind, dass es nicht wieder regnen wird, machen wir uns auf die Suche nach der Pizzeria Panorama in Prad. Erst verlaufen wir uns, weil an der Stelle an der die Pizzeria bei Google Maps eingezeichnet ist, nur ein Klamottenladen ist. Dann sehen wir in einer winzigen Seitengasse ein Straßenschild auf dem "Pizzeria Panorama" steht. Wir gehen dem Weg nach und stoßen nach knapp 1 km auf ein Wohnhaus dessen Erdgeschoß in ein kleines Restaurant umfunktioniert wurde. Drin finden sich drei alte Frauen, die auf bestem Schwitzerdütsch über das Wetter schwatzen. Erst vermuten wir, dass die Pizzeria umziehen musste, weil der Klamottenladen die gute Location aufgekauft hat, aber einige Fotos auf der Menükarte verraten, dass die Pizzeria scheinbar schon seit 40 Jahren im Erdgeschoß dieses Hauses ist. Während wir eine äußerst leckere Pizza essen und spekulieren was mit der Infrastruktur von Prad passiert, wenn hier einmal ein Pizza Hut und ein McDonalds die Tore öffnen, kommen noch ein paar Stammgäste die zum Teil die Pizza nicht bezahlen sondern anschreiben lassen. So wirklich zugehörig fühlen wir uns hier nicht.

Auf dem Rückweg sehen wir noch ein paar Läden, von denen einer sich auf Kettensägen und Kuhglocken spezialisiert hat. In solchen skurrilen Läden shoppen vermutlich auch die skurrilen Leute, die wir immer wieder in den Bergen angetroffen haben. Wir entscheiden uns, schnell ins Hotel zurückzukehren und den Ruhetag zu beenden.

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