Debian Server über VNC erreichbar machen

Bei der Arbeit mit virtuellen Maschinen in der Cloud greift man in der Regel auf Linux Server zurück, die man anschließend per SSH konfiguriert. Doch auch in der Linux Welt sind die grafischen Benutzeroberflächen keine Seltenheit mehr. Wer seinen Server in der Cloud hosten, aber dessen grafische Benutzeroberfläche bedienen möchte, der kann auf Tools wie VNC zurückgreifen. Ein Beispiel für einen Debian Linux Server, für den (vorerst) nur eine SSH Verbindung zur Verfügung steht.

Zuerst brauchen wir ein paar Pakete. Dazu gehört die grafische Benutzeroberfläche "Gnome", ein paar Schriftarten und natürlich der VNC Server.

apt-get install gnome-desktop-environment xfonts-base xfonts-100dpi xfonts-100dpi-transcoded xfonts-75dpi xfonts-75dpi-transcoded tightvncserver

Nach der Installation kann der Server wiefolgt gestartet werden

tightvncserver :1

Beim erstmaligen Start wird jetzt ein Konfigurationsskript geschrieben. Dazu wird auch ein Passwort abgefragt, was später für den Verbindungsaufbau genutzt werden kann. Danach den Server wieder stoppen mit

tightvncserver -kill :1

denn jetzt wird die Konfiguration noch leicht angepasst. Wir müssen dem Server mitteilen, dass er den soeben installierten Gnome-Desktop für Verbindungsanfragen starten soll. Das geht, indem man die Datei ~/.vnc/xstartup bearbeitet und den existierenden Inhalt so anpasst, dass er wiefolgt aussieht:

#!/bin/sh
xrdb $HOME/.Xresources
xsetroot -solid grey
x-terminal-emulator -geometry 80x24+10+10 -ls -title "$VNCDESKTOP Desktop" &
# x-window-manager &
gnome-session &

Jetzt den Server wieder starten und das war's dann auch schon serverseitig.

tightvncserver :1

Der Server ist jetzt vorbereitet und kann konnektiert werden. Dazu brauchen wir einen Client. Nehmen wir mal an unser Server ist mit dem Internet verbunden und hat eine IP, die über das Internet erreichbar ist. Dann können wir unser ganz normales Arbeitsgerät (PC, Mac, o.ä.) verwenden. Der Anbieter RealVNC bietet eine plattformübergreifende Auswahl an Viewer-Clients, auf die dafür zurückgegriffen werden kann. Nach der Installation einfach die IP-Adresse des Servers eintippen und den Port 5901 dranhängen (einfach nur die Display Nummer 1 dranhängen klappt auch manchmal). Jetzt noch das Passwort eingeben, dass anfänglich gesetzt wurde und schon sollte sich der Gnome-Desktop präsentieren.

Möchte man den Server immer laufen lassen, also auch nach einem Neustart der VM, dann kann man sich der Datei /etc/rc.local bedienen. Einfach "vor" dem exit 0; folgende Zeile einfügen

su root -c "tightvncserver :1"

Übrigens steht die SSH Verbindung natürlich weiterhin zur Verfügung. Der Server lässt sich jetzt ganz einfach auf zwei Wegen verwenden: SSH/Terminal oder grafisch.